Ergebnisse des Plastikfrei-Versuchs

Jan sitzt in der Küche und beißt in eine Gurke. In der anderen Hand hält er ein Stück Parmesan.
Jan nimmt eine plastikfreie Zwischenmahlzeit ein.

So, geschafft, die Fastenzeit ist vorbei. Teilweise hat es ganz gut geklappt mit dem plastikfreien Einkauf, teilweise war es etwas schwieriger. Hier ein paar Ergebnisse:

Reduktion der Menge an Plastikmüll: Das hat funktioniert. Normalerweise haben wir in der Zeitspanne zwischen zwei Abholterminen drei gelbe Säcke mit „Recycling“-Abfällen produziert. Diese Menge ist jetzt auf einen gelben Sack gesunken. Allerdings nicht sofort, sondern erst jetzt, nach sieben Wochen also. Das lag einfach daran, dass in unseren Vorratsbeständen noch ziemlich viele Plastikverpackungen enthalten waren.

Veränderte Einkaufsgewohnheiten: Wir haben mehr in kleineren Geschäften eingekauft als sonst. (Bioladen, ein italienischer Feinkostladen, den es überraschenderweise in Bad Salzdetfurth gibt und in den ich mich sonst nicht reingetraut hätte, Bäckereien). Die Bäcker spielten nicht nur wegen Brot und Brötchen eine Rolle, sondern auch, weil wir regenbogenbunt verpackte Fesazus durch Gebäck zum Nachmittagskaffe ersetzt haben. Nicht unbedingt gesünder, fürchte ich, hat aber mehr Stil.

Verändertes Essverhalten: Auch hier hat sich tatsächlich was getan: Weniger Süßigkeiten, fast zwei Monate lang gar keine Chips (!), weniger Fertiggerichte. Allerdings haben wir uns sehr über die TK-Erbsenburger und Gemüsestäbchen gefreut, die in einer reinen Pappverpackung im Kühlregal lagen. Wirklich nicht unwichtig: Üblicherweise verursacht eine Grillparty mit Fleischersatzprodukten und vielen Leuten schon ganz alleine einen viertel gelben Sack an Plastikmüll. Schon toll, wenn das ohne geht.

Überraschungen: Die Unternehmen, bei denen wir aktuell viel Werkzeug und Baumaterial und überhaupt Gerümpel bestellen, verpacken sehr unterschiedlich. Teilweise Altpapier, teilweise gar keine unnötige Verpackung, teilweise sogar Pfand-Versandkiste (!). Aber ich habe auch einen wirklich robusten Werkzeugkasten aus Stahl in einer zusätzlichen Plastikfolie geliefert bekommen. Da war mir nicht ganz klar, wovor die Plastikfolie den Stahl im Pappkarton schützen sollte.

Geklärte Fragen: Wirsingkohl ist Lagergemüse (Sólja sagt, man kann ihn in den Keller werfen und ein halbes Jahr liegen lassen, da passiert nix), Salat ein sogenanntes Frischgemüse, also von Natur aus viel, viel weniger haltbar. Daran ändert die Plastikfolie um den Salat allerdings wahrscheinlich auch nichts.

Weiterhin offene Fragen: Tofu, Toilettenpapier, Müsli* und Nudeln sind noch nicht abschließend geklärt.

Fazit: Unser Experiment hat erwartungsgemäß zusätzliche Kosten und zusätzlichen Aufwand verursacht. Der erwünschte Effekt (Reduktion der Menge an Plastikabfall) hat sich eingestellt, was aber länger gedauert hat als wir dachten. Eine Mengenangabe können wir nicht wirklich machen, weil auch Konservendosen aus Metall im gelben Sack gelandet sind (Katzenfutter!). Wir haben ein bisschen gesünder gegessen als sonst, obwohl das gar kein Ziel des Versuchs war. Wir haben uns vorgenommen, einige Dinge beizubehalten (Milch und Joghurt in Pfand, Käse von der Käsetheke), mal sehen inwieweit das klappt mit dem Verfestigen von neuen Gewohnheiten. Und vielleicht kann ich im Alltag ja sogar die Finger von den Chips lassen.

*An dieser Stelle möchte sich Kerstin gerne bei ihren Mitbewohner*innen bedanken, die sich Sorgen gemacht haben, dass es Müsli nur in Plastik gibt und Kerstin dann verhungert und dann bei jeder sich bietenden Gelegenheit Müsli in Papiertüte gekauft haben, so dass der Müslivorrat jetzt eine ganze Weile reicht.**

** Und an derselben Stelle hat Jan sich darüber gewundert, dass „Müsli“ gegendert war, aber das Sternchen diente zur Kennzeichnung der Fußnote.

7 Wochen (fast) ohne Plastik*

*Artikel enthält nicht bezahlte Werbung für Produkte oder Anbieter, die wir gut finden, weil sie ohne Plastikverpackung auskommen

Dieses Jahr haben wir uns für die Fastenzeit gemeinsam etwas vorgenommen: Wir versuchen, nur Sachen ohne Plastikverpackungen einzukaufen. Jetzt aber mal wirklich!

Insgesamt kaufen wir natürlich schon ein bisschen umweltbewusst ein – das dachten wir jedenfalls. Nun fiel aber schon beim ersten Fasten-Wocheneinkauf auf, dass eigentlich alles in Plastik verpackt ist. Ganz besonders Sachen, die wir gerne essen. Da kam dann schnell die erste Diskussion auf: Wie sieht´s aus, wenn es etwas nicht ohne Plastikverpackung gibt? Und wenn wir es wirklich total dringend brauchen? Also, Schokoriegel und Chips zum Beispiel, oder Käse, oder die Zutaten für ein leckeres Dessert? Ergebnis: Entwicklung findet außerhalb der Komfortzone statt, und wir nehmen unseren Versuch ernst. Das heißt: Eventuell noch mal woanders gucken, nachfragen, sich überlegen, ob wir verzichten können. Bei Verstößen gegen die Plastikfrei-Richtlinie muss niemand mit körperlicher Züchtigung rechnen, das Ganze ist schließlich ein Lernprozess. Im Folgenden ein paar Zwischenergebnisse.

Relativ leicht zu kriegen:

  • Toastbrot (durch Weißbrot aus der Bäckerei ersetzt)
  • Schokolade (Göttin sei Dank!)
  • Milch: gibt’s in Glasflaschen, und zwar bei Niehoff´s Hofmolkerei, bei Karin im Bioladen und auch im Supermarkt.
  • Käse: An der Käsetheke auf Nachfrage ohne Plastikfolie, und ebenfalls auf dem Hof bei Niehoff. Mindestabnahme 1 kg, aber da sehe ich kein Problem.
  • Mehl und Zucker – Mehl ist immer in Papier, bei Zucker gibt´s beides. Blöd: Bio-Rohrzucker ist eher in Plastik als in Papier verpackt.
  • Wirsingkohl. Immer plastikfrei!

Schwer zu bekommen:

  • Salat. Den brauchen wir, um Hühner, Kaninchen und Katalin bei Laune zu halten, darum ist Verzicht keine Option. Kein Witz,wir mussten drei Läden abklappern, bis einer seinen Salat zumindest unverpackt in der Auslage hatte.
  • exotische Milchprodukte wie z.B. Buttermilch, die sind irgendwie immer in Plastik
  • Toilettenpapier. Gibt’s zwar ohne, ist aber unglaublich viel teurer. Aktuell haben wir uns nach längerer Recherche und Diskussion für Papier von Goldeimer entschieden, das ist auch in Plastik, fördert aber Toiletten in WC-mäßig unterversorgten Regionen. Es gibt wohl auch welches, bei dem die Verpackung einen hohen Anteil an Recycling-Plastik hat. Ja, die Idee mit dem Weiterverwenden der Zeitung hatten wir auch schon. Nein, wir konnten uns noch nicht dazu durchringen.
  • vegetarischer Fleischersatz. Tofu im Pfandglas scheint noch ein ziemliches Nischenprodukt zu sein. Im lokalen Handel haben wir nichts gefunden, eine orientierende Internetrecherche lässt allerdings hoffen.
  • Müsli. Schon machbar, aber wir müssen entweder im Internet bestellen oder nach Hildesheim zum Unverpackt-Laden fahren. Wenn nicht sowieso ein Termin in der Stadt ansteht, ist das natürlich ökologisch ziemlicher Quatsch.
  • Schokoriegel. Ganz viel von den Sachen, die ich sonst gern mal spontan mitnehme, sind in bunten Plastikverpackungen. Ob es da wohl einen Zusammenhang gibt? Wir backen im Moment ziemlich viel Kuchen.

Merkwürdig:

  • Wirsingkohl ist nie in Plastik verpackt, wirklich niemals, Eisbergsalat praktisch immer. Dabei sehen die fast gleich aus und sind vermutlich auch ungefähr gleich haltbar. Falls jemand mit Kenntnissen im Lebensmittel-Einzelhandel diesen Artikel liest, freuen wir uns über eine Erklärung. Oder ist das einfach so ein kulturelles Ding?
Katalin ist heldinnenhaft extra zur Molkerei geradelt, um Milch und Käse ohne Plastik zu besorgen.

Nachtrag: Gerade hat Gini die Frage aufgeworfen, ob es eigentlich Kondome ohne Plastikverpackung gibt. Tja.

Der unwahrscheinlichste Fall ist eingetreten

Die Dachziegel seien dicht, sagte einst der Dachdecker. Nur in einem speziellen Fall könne er für nichts garantieren. Vor einigen Tagen hat nun ein Blizzard stürmisch und zielgerichtet ganz feinen Schnee unter die Dachziegelfugen gefegt. Der unwahrscheinlichste Fall ist eingetreten. Unser Dachboden wurde eingeschneit und wir mussten das erste Mal auf dem Boden Schneeschippen. Mit Schaufel und Besen wurden die Überbleibsel alter Umzüge (Dinge, die man sicher nie wieder benutzt) von dem weißen Pulver befreit. Schneeverwehungen wurden den alten Getreideaufzug in die Durchfahrt hinunter geschaufelt. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Was wird aus der Nässe gerettet und wirklich noch benutzt und was wird einfach in seiner Pfütze stehen gelassen? Besser noch – hier trennte sich die Spreu vom Weizen. Und hier ist Blut auch dicker als Wasser.

Leicht erklärt in einer Kurzausführung – der Corona-Lockdown brachte uns dazu, eine Liste mit Dingen zu sammeln, die wir tun könnten, wenn uns der Corona-Koller packt. Da standen so schöne Sachen drauf wie Cocktails mixen, eine Sauna bauen, eine Diskonacht im Schweinestall veranstalten (natürlich nur zu viert) oder Gedichte schreiben. Nicht vieles von unseren Ideen ist zustande gekommen. Mit „Babykatzen adoptieren“ waren wir zugegeben auch ausreichend beschäftigt.

Zwei kleine Knäuel bespielten seit ungewisser Zeit einen Hof im Nachbardorf und hatten unsere Aufmerksamkeit geweckt. Ein blindes und ein einäugiges Knäuel. Wir spazierten hin und sahen uns das sehschwache Pärchen an. Es wurde nicht lange gefackelt und beide Kätzchen eingepackt. Seither heitern Una und Momo unsere Lage auf und machen unser Leben recht abwechslungsreich, wenn beide „pfeffer den Blumentopf runter“ spielen oder sich ein neues Katzenklo unterm Bett bauen. Auch mit nur einem Auge bei zwei Katzen lässt sich die Einrichtung nach Jux und Dollerei verändern.

Wir selbst sind gerade dabei den Flur zu renovieren, neue Elektrik und neuer Putz sollen es werden. Zudem wird die Täfelung in einem schönen Grünton gestrichen. Neue Einrichtungsgegenstände werden ausgesucht, sich um Tapetenmuster gestritten und neue Lampen werden aus dem Lampenlager geangelt.

Dafür stiegen wir kürzlich auf den Dachboden und vergaßen, die Tür zu schließen. „Nice“, dachte sich Una, was übrigens Eins bedeutet, und trappelte heimlich die Treppe hoch. Irgendwo verschwand der schwarzgescheckte Körper hinter Lehm, Holz und Ziegeln in einer Hohlwand und fing über kurz oder lang an, laut zu maunzen. Es wurde mal leiser mal lauter, bis wir uns schon ausmalten, wir müssten die Feuerwehr rufen und diese ihrerseits die Wand aufbrechen oder mit Wasser fluten. Jedenfalls kam sie nicht hervor und wir vermuteten, dass sie feststeckte. Apropos Feuerwehr, mir kam nach einiger Grübelei eine zündende Idee. Wenn man Momo in einem geschlossenen Körbchen auf den Dachboden stellen würde, würde sie irgendwann anfangen zu maunzen. Und vielleicht würde das ihre Schwester wieder ans Tageslicht befördern und unsere Vermutung widerlegen. Nun es ist schnell gesagt, war aber mit einer langen Wartezeit verbunden: Momo maunzte so laut, dass Una ihr Versteckt verließ, um ihrer Schwester zu Hilfe zu eilen. Sie kletterte durch die Lehm- und Kuhmisthohlwand trennte dabei die Spreu vom Weizen und bewies, Blut ist eben dicker als Wasser.

Drumherum und mittendurch – nachhaltige Kulturschnipseljagd

Das ist das tolle Logo für die Schnipseljagd.

Wer den Blog liest oder uns kennt, hat ja wahrscheinlich mitbekommen, dass wir schon seit einiger Zeit mit der Planung für ein Kultur- und Nachhaltigkeitsfestival in Bodenburg beschäftigt waren, zusammen mit den anderen tollen Menschen im Schwalbennest-Verein. Und dann kam uns ein Virus dazwischen, und wir mussten das Festival absagen. Nach dem ersten Schreck haben wir uns aber berappelt und wollen trotzdem schon dieses Jahr etwas auf die Beine stellen. Schließlich haben wir immer noch einen Planeten zu retten, und das geht nur, wenn wir mit Freude bei der Sache sind. Als Ersatz und Probelauf für das Festial veranstalten wir zwei Nachhaltigkeits-Schnipseljagden mit dazugehöriger Abendveranstaltung. Das Ganze haben wir „Drumherum und mittendurch“ genannt. Einen Vorverkauf gibt´s erst mal nicht, aber wer sich einen Platz reservieren möchte, kann das per E-Mail tun. Das wäre vielleicht auch keine dumme Idee, denn derzeit gibt´s ja nicht so irre viel Kultur. Außerdem sind wir schon per Corona-Verordnung auf allerallerhöchstens 250 Leute begrenzt, platzbedingt eher weniger. Hier gibt´s schon mal die wichtigsten Informationen zu den Terminen.

Drumherum….

Samstag, 1. August 2020, 14-21 Uhr, Startpunkt: fachwerkhuhn

An diesem Tag gibt es ab 14:00 bei uns am Tor oder auf dem Hof Kaffee und Kuchen. Anschließend startet die Schnipseljagd – passend zum Thema mit dem Fahrrad*. An fünf Stationen rund um den Ort geht es um das zukunftstaugliche Zusammenleben von Mensch und Natur. Die Stationen werden so gestaltet, dass sie für Kinder und Erwachsene geeignet sind. Abends gibt es dann eine Lesung zum Thema, wer liest ist noch nicht raus.

*Wer keins hat, es nicht mitbringen möchte oder ein E-Bike ausprobieren möchte, kann bei uns eines ausleihen, muss aber vorher bescheidsagen!

So schön ist es um Bodenburg herum!

und mittendurch.

Samstag, 15. August 2020, 14- 21 Uhr, Startpunkt: Garten vor dem Ev.-luth. Gemeindehaus, Pastorengasse 1, Bodenburg

Am 15. August servieren wir Kaffee und Cocktails to go im Pfarrgarten. Danach erkunden wir zu Fuß den Ort. Ziel ist, dass alle eine Idee mitnehmen, wie sie die Zukunft an ihrem Wohnort nachhaltiger machen können. Den Abschluss der Schnipseljagd feiern wir mit einem Konzert im Pfarrgarten. Auch hier steht noch nicht fest, wer auftritt, umständehalber wird wohl in die Richtung Singer-Songwriter gehen. Für nachhaltigen Sound sorgt das wirklich grandiose Sonnensystem. Dankedankedanke M. &T. und Umweltkulturverein Braunschweig!

Arrchivbild: Prototyp eines nachhaltigen Cocktails. Die aktualisierte Version wäre ohne Plastikstrohhalm.

Was aus dem Kikeriki-Festival wird, ist noch nicht raus. Wir haben schon viel Mühe reingesteckt, tolle Künstler*innen kennengelernt – auch welche, von denen wir nicht gedacht hätten, dass sie Lust auf so ein kleines Festival hätten und eigentlich das Programm fertig. Und wir haben total viel Unterstützung von allen möglichen Menschen und Organisatonen bekommen. Mal sehen, wie sich das alles so entwickelt.

Kleine Bauwoche mit großer Wirkung

Im April sollte bei uns auf dem Hof und in der Scheune große Bauwoche sein, um alles für das Kikeriki-Festival vorzubereiten. Und dann kam Corona – vieles war noch unsicher, als die Zeit fürs Bauen kam, aber dass wir unseren Bauhelfer*innen absagen mussten, war klar. Stattdessen haben wir eine kleine Bauwoche innerhalb unserer Infektionsgemeinschaft* gemacht. Und soviel geschafft!

Als Erstes haben wir endlich die Wand zwischen Remise und Schweinestall herausgenommen. Bisher hatten wir einfach keinen Zugang zum Schweinestall, den hatte die Fleischerei, die lange auf dem Gelände von CarInn existierte, gepachtet und den Zugang zu unserer Seite verschlossen (siehe auch hier). Jetzt haben wir 100 Quadratmeter mehr Stellfläche. Das Kikeriki-Festival, für das der Durchbruch eigentlich gedacht war, um den Schweinestall als Bar und Chill-Out-Bereich zu nutzen, findet ja nun leider auch nicht statt, aber es mangelt uns nicht an Ideen für soviel Platz. Und für das Festival planen wir gerade eine Alternative!

Weil das Wand-Rauskloppen viel schneller ging als gedacht, haben wir mit viel Hilfe von Andreas auch noch zwei Stalltüren an der Werkstatt durch Balkontüren ersetzt, so dass es jetzt viel heller drinnen ist und man beim Werkeln den Hühnern zugucken kann. Währenddessen hat die Firma Marhauer endlich einmal den Asphalt vom Hof mitgenommen und entsorgt – juchhu! Einen Bereich vor der Tordurchfahrt haben wir neu gepflastert.

*Neue Vokabel! Ein irgendwie romantisches Wort: „Mit dir gemeinsam will ich Covid-19 haben!“

Frohe Ostern!

Die fachwerkhühner wünschen allen frohe, entspannte und gesunde Ostern!

Wir sind gerade zu dritt hier und machen das, was wir schon seit ein paar Wochen machen: auf dem Hof rumhängen. Na gut, und Bauwoche, wenn auch in sehr reduzierter Form…

Wir sind sehr froh, dass wir den Hof haben! Und den Holunder, vor lauter Corona-Organisiererei und -Grundpanik haben wir vergessen, einen Osterstrauß zu besorgen.

Jedenfalls hoffen wir, dass es allen gut geht.

Es geht voran im Haus

Im letzten Beitrag haben Kerstin und Astrid ja eine ganze Menge zum Kikeriki-Festival geschrieben. Da ist die Webseite übrigens fertig, ihr könnt sie euch jetzt unter kikeriki-festival.de ansehen. Das ist aber nicht das Einzige, womit wir uns in der letzten Zeit beschäftigt haben:

Für den Winter haben wir – schon im Herbst – neue Vorhänge gegen Zugluft für den Flur genäht. Sie sind aus schwerem feuerfesten Stoff und waren darum nicht ganz einfach zu verarbeiten. Wir waren zu dritt mehrere Abende lang beschäftigt! Ich finde, es sieht ein bisschen aus wie im Theater.

Ein roter Vorhang vor der Eingangstür.

Im Hauswirtschaftsraum gibt es seit dem Herbst zwei abschließbare Medikamentenschränke. Obendrüber ist der neue Router – unser Internet läuft jetzt über ein Glasfaserkabel. Das können wir gar nicht voll ausnutzen, weil unser WLAN langsamer ist als die neue Telefonleitung, aber man merkt schon einen Unterschied. Irgendwann demnächst wollen wir noch ein paar LAN-Kabel verlegen, dann wird es in den einzelnen Räumen noch mal schneller. Herzlichen Dank für die Hilfe beim Kabel-Basteln an Volker!

Die Medikamentenschränke im Hauswirtschaftsraum. Das WLAN ist unsichtbar.

Mini-Paul und Prillan suchen ein neues Zuhause

Unsere beiden Junghähne, die letzten Sommer geschlüpft sind, sind jetzt groß und müssen langsam umziehen.

Mini-Paul heißt so, weil er unserem Ex-Hahn Paul sehr ähnlich sieht, Prillan haben zwei Freundinnen so genannt, nach der Henne bei Pettersson und Findus. Als wir noch dachten, dass Prillan ein Mädchen ist. Aber hey, fuck the gender binary!

Mini-Paul ist ein hübscher schwarz-bunter Kerl und liebt Tomaten. Manchmal schafft er es, auszubrechen, und dann rennt er zum Tomatenbeet und guckt nach, ob Tomaten runtergefallen sind. Auch jetzt noch, wo das Beet komplett kahl ist.

Prillan ist weiß und orange-braun, sehr zahm und steht auf Möhren. Wenn man im Stall ist, läuft er einem hinterher, quengelt ein bisschen und zupft am Hosenbein.

Beide werden von unserem Chefhahn Ifirn gut erzogen. Wenn sie sich streiten, sorgt er für Ruhe.

Aber drei Hähne sind einfach zuviel für acht Hennen, und so brauchen die beiden ein neues Zuhause.

Ein Wochenende in Berlin

Hui, war das ein aufregendes Wochenende. Wir haben einen Ausflug nach Berlin gemacht, um dort mit ungefähr 35.000 Menschen Kerstins Geburtstag zu feiern. Okay, nicht ganz. Wir haben gemeinsam für eine ökologischere Landwirtschaft demonstriert.

Auf dem Women’s March

Astrid und Lukas sind bereits am Freitag trotz aller Widrigkeiten angereist. Astrid hatte das Zugticket für Samstag statt Freitag Abend gebucht und dann mussten sie auch noch zum Zug rennen, weil der Bus, wie immer, Verspätung hatte. Aber sie wollten unbedingt schon früher anreisen, damit sieam Samstag schon um 10 Uhr am Brandenburger Tor sein konnten, um an der ersten Demo des Tages auch teilzunehmen. Diese war Teil des weltweit stattfindenden „Women’s March“ („Frauenmarsch“) für mehr Gleichberechtigung aller Menschen. Nachdem dort die Ansprachen zur Hälfte der Demonstration vorbei waren, haben die beiden sich abgesetzt, um zurück zum Brandenburger Tor und der nächsten Demo zu gehen. Dort trafen sie sich dann mit dem Rest der Gruppe und dem Geburtstagskind.

Die zweite Demo des Tages, die „Wir haben’s satt“ 2019, war mit ungefähr 10x mehr Teilnehmern deutlich größer. Weshalb wir die erste Stunde damit verbracht haben, rumzustehen und darauf zu warten, dass wir uns endlich auch bewegen konnten. Ein paar hundert Meter lang sind wir dann tatsächlich mitgelaufen bevor wir uns auch dort absetzten. Denn Lukas und Astrid mussten zum Bus zurück nach Braunschweig und davor wollten wir gemeinsam Mittag essen.

Die Reste der Geburtstagsparty hatten noch ein schönes Berlin-Wochenende mit viel Herumhängen und Reden in Cafés, einem schönen Spaziergang entlang der Spree und, zum krönenden Abschluss, superleckerem, veganem, vietnamesischem Essen. Mjam!

Ein herzliches Dankeschön an die Berlinerinnen Andrea, Jule, Olivia und Lui, die uns aufgenommen, gefüttert und herumgeführt haben!