Die Werkstatt

Die aus Restholz gebaute Wand zwischen Werkstatt und Kuhstall.

Die Werkstatt ist fertig! Mehr oder weniger. Schon seit einer Weile. Ich habe nur noch darauf gewartet, dass sie mal richtig aufgeräumt ist, damit ich gute Fotos machen kann, aber das erscheint mir immer mehr ein unerreichbarer Zustand, weil wir sie fast täglich benutzen.

Deswegen hier Fotos von der Werkstatt IRL. Wer die Doctor-Who-Tasse und das Huhn auf den Fotos als Erste*r findet, melde sich in den Kommentaren, und ich schreibe eine IRL-Postkarte mit Grüßen aus Bodenburg.

An der Werkstatt haben alle Mitbewohner*innen kräftig mitgebaut, benutzen tun sie im Moment Gini und ich am meisten – Gini wohnt im Moment bei uns und hilft beim Bauen aus. Unser erstes gemeinsames Projekt war ein Schrank für das ganze Werkzeug. Außerdem hat die Werkbank jetzt einen guten Platz gefunden, so dass sie nicht mehr nur Ablagefläche für alles mögliche ist. In einem großen Metallschrank sind jetzt die Farben aufbewahrt, und in einer Reihe von alten Regalen die Elektrowerkzeuge und was sonst noch alles so unsortiert in der Durchfahrt lag.

Wir hätten schon viel eher eine Werkstatt gebrauchen können, nun macht das Werken und Bauen richtig Spaß, weil man alles wiederfindet.

Eine alte Werkbank und ein wildes Durcheinander an Werkzeug.
Ein altes Pult
Blick über die ganze Länge der Werkbank bis zur neuen Wand

Kleine Bauwoche mit großer Wirkung

Im April sollte bei uns auf dem Hof und in der Scheune große Bauwoche sein, um alles für das Kikeriki-Festival vorzubereiten. Und dann kam Corona – vieles war noch unsicher, als die Zeit fürs Bauen kam, aber dass wir unseren Bauhelfer*innen absagen mussten, war klar. Stattdessen haben wir eine kleine Bauwoche innerhalb unserer Infektionsgemeinschaft* gemacht. Und soviel geschafft!

Als Erstes haben wir endlich die Wand zwischen Remise und Schweinestall herausgenommen. Bisher hatten wir einfach keinen Zugang zum Schweinestall, den hatte die Fleischerei, die lange auf dem Gelände von CarInn existierte, gepachtet und den Zugang zu unserer Seite verschlossen (siehe auch hier). Jetzt haben wir 100 Quadratmeter mehr Stellfläche. Das Kikeriki-Festival, für das der Durchbruch eigentlich gedacht war, um den Schweinestall als Bar und Chill-Out-Bereich zu nutzen, findet ja nun leider auch nicht statt, aber es mangelt uns nicht an Ideen für soviel Platz. Und für das Festival planen wir gerade eine Alternative!

Weil das Wand-Rauskloppen viel schneller ging als gedacht, haben wir mit viel Hilfe von Andreas auch noch zwei Stalltüren an der Werkstatt durch Balkontüren ersetzt, so dass es jetzt viel heller drinnen ist und man beim Werkeln den Hühnern zugucken kann. Währenddessen hat die Firma Marhauer endlich einmal den Asphalt vom Hof mitgenommen und entsorgt – juchhu! Einen Bereich vor der Tordurchfahrt haben wir neu gepflastert.

*Neue Vokabel! Ein irgendwie romantisches Wort: „Mit dir gemeinsam will ich Covid-19 haben!“

Es geht voran im Haus

Im letzten Beitrag haben Kerstin und Astrid ja eine ganze Menge zum Kikeriki-Festival geschrieben. Da ist die Webseite übrigens fertig, ihr könnt sie euch jetzt unter kikeriki-festival.de ansehen. Das ist aber nicht das Einzige, womit wir uns in der letzten Zeit beschäftigt haben:

Für den Winter haben wir – schon im Herbst – neue Vorhänge gegen Zugluft für den Flur genäht. Sie sind aus schwerem feuerfesten Stoff und waren darum nicht ganz einfach zu verarbeiten. Wir waren zu dritt mehrere Abende lang beschäftigt! Ich finde, es sieht ein bisschen aus wie im Theater.

Ein roter Vorhang vor der Eingangstür.

Im Hauswirtschaftsraum gibt es seit dem Herbst zwei abschließbare Medikamentenschränke. Obendrüber ist der neue Router – unser Internet läuft jetzt über ein Glasfaserkabel. Das können wir gar nicht voll ausnutzen, weil unser WLAN langsamer ist als die neue Telefonleitung, aber man merkt schon einen Unterschied. Irgendwann demnächst wollen wir noch ein paar LAN-Kabel verlegen, dann wird es in den einzelnen Räumen noch mal schneller. Herzlichen Dank für die Hilfe beim Kabel-Basteln an Volker!

Die Medikamentenschränke im Hauswirtschaftsraum. Das WLAN ist unsichtbar.

Vorfreude

Kerstin steht im leergeräumten Pferdestall und breitet die Arme aus. Wir haben den Pferdestall leer geräumt! Es war viel Sortiererei: Altmetall, alte Plastikplanen, ominöse Säcke mit Dünger und „Stall-Super“, Hacken, Sensen, verrostete Ketten. Und „Ist das Kunst oder kann das weg?“, mit anderen Worten: Kann man daraus noch Lampen basteln? Überhaupt ist das öfter mal ein Streitpunkt in der WG, ob man das „noch gebrauchen“ kann. Ich bin mehr so ein Wegschmeißer (ich bin schon so oft umgezogen) und Familie Rose sind mehr so Aufheber. Aber meistens kriegen wir einen Kompromiss hin.

Und jetzt ist hier Platz! Und man hat Luft, etwas Neues zu machen! Der Plan ist, den Pferdestall als Werkstatt zu nutzen, und ich freue mich schon sehr darauf, sie einzurichten. Wenn im Moment die anderen das WG-Tablet suchen, ist es bei mir und ich gucke Werkstatteinrichtungs-Videos.

Nur ein kleines Podest aus Zement und Ziegelsteinen muss noch weggehackt werden für einen geraden Fußboden.

Los geht’s!

Kerstin schwingt die Spitzhacke.

 

Winterfest und Bänderriss

Lukas und Astrid gutgelaunt bei der Arbeit – Heihi-Heiho.

Vor kurzem stand „Winterfest“ im gemeinsamen Kalender. Das ist allerdings keine Feier –  wir haben uns getroffen, um unser altes Haus gemeinsam auf den Winter vorzubereiten. Um es winterfest zu machen war Einiges zu tun: Wir haben vor den Außentüren dicke Vorhänge aufgehängt, den Heizölraum ein bisschen abgedichtet, damit das Heizöl nicht einfriert, den sonst offenen Teil des Hühnerstalls mit Planen verschlossen, damit es nicht so zugig ist und einen Tränkenwärmer und eine Wärmelampe installiert.

Das hält keinen harten Winter mehr aus!

Astrid schleift einen Fensterrahmen.

 

 

 

 

 

 

 

Und wir haben Astrids Fenster neu verkittet und gestrichen. Farbe und Kitt waren in einem so schlechten Zustand, dass sie wahrscheinlich keinen Winter mehr überständen hätten. Wir haben also den Fensterkitt ersetzt und die Rahmen erst abgeschliffen und dann übergestrichen. Dazu haben wir denkmalgerechte Materialien verwendet: Einfachen Fensterkitt aus Kreide und Leinöl und weiße Standölfarbe.

Hier ist der Fensterkitt schon ersetzt.

Bei Astrids Fenstern ist das besonders wichtig, weil es die ältesten Fenster im ganzen Haus sind. Sie stammen wohl noch aus der Zeit, in der das Haus gebaut wurde. Allerdings haben wir an dem einen Wochenende nur die Außenseiten der Fenster geschafft, die Innenseiten müssen bis zum Sommer warten.

 

 

Fast fertig: Lukas und Astrid streichen die Fensterrahmen.

Eigentlich wollte Astrid ihre Baustelle nach dem Wochenende wieder aufräumen. Leider ist sie am Dienstag in der Uni in Hildesheim die Treppe hinuntergefallen und hat sich das Fußgelenk verletzt. Erstmal sah es gar nicht so schlimm aus, aber am Nachmittag war es dann doch geschwollen und sehr schmerzhaft. Mit Hilfe einer Freundin aus dem Nachbardorf ging es ins Bernwardskrankenhaus (Danke nochmal, Dorothea!). Unser Auto war nämlich auf dem Weg nach Braunschweig, um einen Freund zum Bus zu bringen. Ergebnis der Untersuchung: Bänderriss, Astrid war erst mal außer Gefecht und musste in Bodenburg bleiben. Als wir aus dem Krankenhaus zurückkamen, wurden wir schon erwartet: Wir hatten in der ganzen Aufregung einen WG-Besichtigungstermin vergessen. Zum Glück hatte unser derzeitiger Mitbewohner, ein sehr netter Arzt aus Syrien, die Tür aufgemacht und schon mal eine Hausführung improvisiert.

Diese Woche haben sich viele Leute unser Haus angesehen – das Semester fängt an. Eine nette junge Frau hatte auch ein verletztes Fußgelenk und hat sich mit Astrid gut verstanden. Wenn alles gut geht, wird sie wohl übergangsweise bei uns einziehen.

Geteiltes Leid ist halbes Leid, der Liegeplatz ist auch gar nicht so schlecht.

Einladung zum Sommerfest und Tag des offenen Denkmals am 9.9.2018

Ein alter Anhänger mit einem Polster darauf
Das Erste Polster für den Chill-Anhänger ist schon fertig. Vielleicht kann man die Lounge-Liege zum Wochenende schon benutzen.

Dieses Jahr öffnen wir wieder unser Hoftor zum Sommerfest und Tag des offenen Denkmals. Alle Nachbarn, Denkmalinteressierten, Blog-Leserinnen, Nachbarn, Verwandten und Freundinnen sind herzlich eingeladen.  Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr uns zum Tag des offenen Denkmals besucht! Los geht es um 10:30. Hier ist das Programm:

Kürbissuppe ab 12:00

15:00 Hühnerfütterung

17:00 Konzert mit dem Duo JOJAY (Akustik-Swing-Jazz aus Braunschweig)

Hausführungen, Kaffee, Kuchen und Limonade gibt es durchgängig.

Eventuell werden wir auch noch vorher mit dem Umbau des kleinen Anhängers zur Lounge-Liege fertig, dann könnten wir den auch schon gemeinsam in Betrieb nehmen.

Kuchenspenden und Helfer*innen sind sehr willkommen!

Ein halbes Gehege

Nun ja. Wir haben es versucht. Unser ehrgeiziges Ziel, am Bauwochenende vor ein paar Wochen das neue Hühnergehege so weit zu haben, dass die Hühner nicht mehr den kompletten Hof (und den der Nachbarn) unsicher machen, damit wir dann einen Garten anlegen können, haben wir nicht erreicht: das schlechte Wetter hat uns einen dicken weißen Strich durch die Rechnung gemacht.Arbeiten im Schnee

Ein paar Stunden am Samstag und Sonntag haben wir tapfer gegen Schnee, Wind und eisige Kälte angekämpft, aber es hat einfach wirklich keinen Spaß gemacht (und das mit dem Garten-Anlegen schien beim gefrorenen Boden auch nicht mehr so dringend), da haben wir lieber früh Schluss gemacht und die frisch umgeräumte Bibliothek genossen.Jan liegt auf dem Sofa

Wir hatten also ungefähr ein Viertel Außengehege hinterher, und dann haben letzte Woche noch netterweise Jans und Lukas‘ Eltern ausgeholfen. Jetzt ist es ein halber!Beim Hühnerstallbauen auf der Leiter

Und wo ich schon bei Bauwochenenden bin: das nächste wird an Pfingsten stattfinden (19.-21. Mai).

„Blau wie das Meer…“

Beim Reinigen der blauen Zimmerwände… singe ich immer vor mich hin, wenn ich auf der Baustelle in meinem Zimmer bin. Das ist ein Lied von Mr. Hurley und die Pulveraffen, ein penetranter WG-Ohrwurm, verstärkt dadurch, dass mein Mitbewohner es immer auf einer durchsichtig-roten Plastikflöte von Woolworth („Nur 1,99!“) zu spielen versucht, und wir ihm dann was an den Kopf werfen müssen. Wer auch schon immer mal einen Ohrwurm mit historisch fragwürdigem Piratenromantik-Flair haben wollte, bitte sehr:

Aber ich schweife ab. Als ich das erste Mal einen Streifen Blümchentapete und die darunter geklebte Hildesheimer Allgemeine von 1963 entfernt habe, wusste ich nicht, ob ich begeistert oder entsetzt sein sollte: direkt auf dem Lehmputz war die Wand knalleblau. Ultramarinblau. Das ganze Zimmer.

Ich habe es meiner Mutter am Telefon erzählt, und die hat gleich gesagt: „Klar, so ab Mitte des 19. Jahrhunderts konnte die Farbe erstmalig synthetisch hergestellt werden!“ (Sie ist Chemikerin).

Passt. Unser Haus ist von 1845. Hat der Chirurg, der das Haus gebaut hat, begeistert auf die plötzlich erschwingliche Farbe zurück gegriffen?

Ursprünglich nämlich heißt Ultramarinblau nämlich nicht so, weil’s so blau wie das Meer ist, sondern weil es von jenseits des Meeres kommt (azurro ultramarine): aus Afghanistan. Lapislazuli auf dem fernen Osten wurde schon im Mittelalter importiert und als Pigment unter anderem für das Malen der schönen blauen Marienmäntel auf Altären verwendet.

So war es als ordinäre Wandfarbe natürlich etwas teuer, und wurde schon 1824 ein Preis ausgesetzt für den, der als erstes Ultramarinblau synthetisiert.* Das gelang dann auch 1828 etwa zeitgleich in Deutschland und Frankreich, und 1834 entstand die erste Ultramarinfabrik in Deutschland. Und bald darauf konnte man sich knalleblaue Wände leisten.

Und nach langem Hin- und Herüberlegen werden die Wände auch wieder ultramarinblau (im Moment sind sie dunkelbraun, weil frisch lehmverputzt). Und dank Jean-Baptiste Guimet mussten wir jetzt beim Farbenhändler unseres Vertrautens (Kreidezeit) nur etwa 20 Euro für die Pigmente bezahlen.

 

*Fundiertes Wikipedia-Wissen.

Die Freuden des denkmalgerechten Bauens…

Lehmputz auf dem Anhänger und Anais beim Arbeiten

… bestanden diesmal im Umschaufeln von 1,2 t Lehmunterputz.

Ein Lehmbauer aus der näheren Umgebung hat uns netterweise den Hänger mit Putz und Leichtlehmsteinen morgens vor die Tür gestellt, so dass wir (Anaïs und ich – Frauenpower!) ihn „nur“ noch entladen mussten.

Jetzt steht er in einem Big Bag in unserer Durchfahrt und wartet nur noch darauf, mit unserem praktischen Aufzug in mein Zimmer hochgezogen zu werden, wo wir mit ihm Risse stopfen werden und die Leichtlehmsteine vermörteln. Mein zukünftiges Arbeitszimmer hatte eine Durchgangstür zum Mitbewohner, die im Moment nur mit einer Spanplatte verkleidet ist. Damit ich künftig nicht mehr alle seine Hörspiele mitgenießen kann, wollen wir das ändern. Ich bin schon gespannt: das erste Mal mauern mit Lehm!

Lehmputz in der Durchfahrt

Renovierungsupdate

Zum Tag der Arbeit wollten wir euch ein bisschen berichten, an was wir die letzten Monate gearbeitet haben.

Unser erstes großes Renovierungsprojekt ist Kerstins Zimmer. So sah das Zimmer aus, als wir das Haus zum ersten Mal besichtigt haben. Eigentlich ganz schön, aber leider gar nicht denkmalgerecht mit Styropor isoliert. Außerdem hat Kerstin dann irgendwann von der Blümchentapete doch Anfälle bekommen.

Ansicht von Kerstins Zimmer zu Anfang, als wir das Haus zum ersten Mal besichtigt haben. An den Wänden befindet sich eine Blümchentapete, es ist unter Anderem ein Sessel und ein Bett zu sehen.

In den letzten Monaten haben wir am Rückbau des Zimmers gearbeitet. Das heißt, erst kamen alle Möbel raus und dann alles Andere. Also die Tapeten (und die 4 Schichten, die wir darunter gefunden haben), der Boden (auch mit allen unterliegenden Schichten) und auch die Decke.

Mittlerweile sieht es dort so aus, mit verstaubten Hausbesitzern.

Dreckige Mitbewohner beim Entfernen von losem Lehmputz

Der weitere Plan ist, die Wände ökologisch zu dämmen und denkmalgerecht zu verputzen und streichen; gleiches gilt für die Wand und den Boden.

Wie ihr seht, sind wir fleißig am Arbeiten und Renovieren. Und haben auch schon einiges geschafft, was wir selbst oft leider auch vergessen.