Hühnergehege eingestürzt

Durch das Gewicht von angetautem und wieder gefrorenem Schnee kam es in Bodenburg (Bad Salzdetfurth) zum Einsturz eines Hühnergeheges. „Es hat laut gescheppert, und als ich nach draußen geschaut habe, war das Gehege zusammengebrochen“ sagte Virginia Brunn (38, Bewohnerin des angrenzenden Hauses). Verletzt wurde niemand – alle Hühner haben sich zum Zeitpunkt des Unglücks im Innenstall aufgehalten. Eine Sprecherin der Hühner (Rocamadour, Junghenne, 1) wies allerdings daraufhin, dass die ohnehin schwierige Situation der Hühner durch eine unzureichende Versorgung mit Mehlwürmern noch verschärft werde. Die bereits begonnenen Aufräumarbeiten mussten witterungsbedingt unterbrochen werden. Der Wiederaufbau des Außengeheges ist vorgesehen, sobald die Temperaturen es zulassen. (orp)

Rückblick auf den Sommer der Großen Baustellen – Juni 2025

Bis zum Mai stand hier ja gelegentlich was, in der zweiten Hälfte des Jahres war dann so viel los, dass wir nicht mehr zum Schreiben gekommen sind. Darum will ich mal ein paar von unseren Abenteuern im Rückblick berichten.

Im Juni hatte wir (dank Internetplattform HelpX, über die man Arbeit gegen Unterkunft und Verpflegung tauschen kann) total viel Hilfe: Zwei französische Studis sind für den ganzen Sommer bei uns eingezogen. Sie konnten überraschenderweise ein Pflichtpraktikum für die Uni bei uns machen. Außerdem kamen noch zwei tolle Menschen aus Spanien. Da haben wir schnell mal provisorisch ein zusätzliches Zimmer eingerichtet. An nur einem Tag!

Und waren schließlich mit unserem Werk ganz zufrieden.

Die Crew hat sich gleich ans Werk gemacht und unter anderem den Garten umgestaltet und die Yoga-Plattform/Bühne erweitert.

Wir haben allerdings nicht nur geackert, sondern auch viel zusammen unternommen, unter anderem waren wir bei der Feté de la Musique in Hannover. Ich habe leider kein Foto mit Musik und Menschenmenge gefunden, aber eins vom Eiscafé vorher.

Mir fällt erst jetzt die geblümte Kleidung auf. War nicht abgesprochen!

Es wird Frühling beim Fachwerkhuhn

Vor zwei Blogposts lag noch Schnee – jetzt blühen die Bäume. Der Pfirsichbaum war eines Tages einfach da, den Kirschbaum habe ich zum Geburtstag geschenkt bekommen. Beim Pfirsichbaum wussten wir erst gar nicht, was das für eine Pflanze war, irgendwann konnte man es dann erkennen (zumindest mithilfe von Flora Incognita). Wir haben uns lange nicht vorstellen können, dass das Bäumchen durchhält, das hat es aber. Es sind sogar Pfirsiche daran gewachsen im vergangenen Jahr.

Der Kirschbaum war Namensgeber für unser kleines Gästezimmer. Es heißt „KBOFF“, das ist eine Abkürzung für „Kirschblütenblick of the Future“. Mittlerweile kann man die Kirschblüten tatsächlich aus dem Fenster sehen.

Und sonst so? Wir haben wieder viele Baustellen, viele Übernachtungsgäste, und mittelfristig wird ein Zimmer frei. Erstmal ist es aber Zwischenlager für den Dachboden, die Baustelle zeigen wir vielleicht mal in einem anderen Blogpost.

Kuhstall aufräumen, Versuch 147

Baustofflager vor der Aufräumaktion. Schon ansatzweise sortiert, aber sehr voll.

Für den Januar hatten wir uns verabredet, Platz im Kuhstall freizuräumen. Der Hintergrund: Wir wollen am Hauptgebäude die Geschossdecke zum Dachboden isolieren und das Dach neu decken lassen. Dafür muss alles, was auf dem Dachboden ist, woanders zwischengelagert werden – nämlich im Kuhstall. Der war aber voll: Auf der einen Seite haben wir hier unser Möbellager. Es gibt dort alte Möbel, die wir mit dem Haus übernommen haben, und auch einige von uns mitgebrachte, die noch keinen Platz gefunden haben. Auf der anderen Seite sind Baustoffe: Steine, Lehmputz, Isoliermaterial, Farb- und Maurereimer. Beide Seiten sehr voll und nur mit sportlicher Anstrengung begehbar. Es half also nichts, wir mussten ein paar Ladungen historische Landwirtschaftsgeräte und kaputte Möbel auf den Sperrmüll bringen – obwohl man die bestimmt noch mal restaurieren/gebrauchen könnte.

Zwei Männer und ein Radlader kamen spontan dazu und haben ziemlich was weggerockt – Danke für die Hilfe!

Vorher: Der Gang im Baustofflager – nicht wirklich übersichtlich, und das Durchgehen ist schwierig.

Nachher: Die Baumaterialien sind sinnvoll gelagert, die Eimer in Regalen einsortiert und der Durchgang ist frei.

Im Möbellager ist außerdem eine große Lücke im Boden, angefüllt mit Bauschutt. Hier kam der Radlader zum Einsatz: der Schutt ist jetzt zusammengeschoben und verdichtet, so dass wir einen halbwegs geraden Untergrund haben.

Nachher-Bild vom Möbellager: Wir haben Platz!

Jetzt ist also tatsächlich Platz für das Zwischenlagern der Sachen vom Dachboden. Weil auch in der Bastelküche etwas passieren muss und eines der WG-Zimmer renoviert werden soll, wird das ein ganz schönes Möbel-Tetris dieses Jahr. Gini und Jan überlegen schon, die Zimmer zu wechseln, um zumindest einen Umzug zu sparen.

8. September: DenkKunst 2024 – Kunst und Musik am Tag des offenen Denkmals

Der Wegweiser ist schon fertig, aber ein paar Sachen müssen wir noch vorbereiten…

Am Tag des offenen Denkmals ist etwas los in Bodenburg: Ihr könnt hinter die Fassaden der historischen Höfe in Bodenburg schauen, etwas über die alte Bausubstanz erfahren und in ungewöhnlicher Umgebung Zeichnungen, Skulpturen oder Keramik betrachten. Los geht´s um

Programm

Um 11:00 geht es los.

Um 11:00 Uhr, 14:00 Uhr und 17:00 Uhr gibt es Hausführungen beim fachwerkhuhn

Um 15:00 Uhr spielt das Rumpelkammertrio

Durchgängig: Kunstausstellung und Druckwerkstatt

Um 18:00 ist schon Feierabend, denn die Hühner müssen früh ins Bett.

Essen und Trinken

Bei uns im Hof gibt es Kaffee, Quiche und Kuchen, in der Lamspringer Str. 1 wird Paella angeboten.


LAN-Party!

Der hochprofessionelle Kabelschrank (Badezimmerschrank von IKEA)

Diese Bild mag zunächst unspektakulär wirken. Für uns ist es aber ein enormer Erfolg. Wir haben nämlich schon vor über zwei Jahren unseren Telefonanbieter gewechselt und jetzt einen superschnellen Glasfaseranschluss. Den haben wir aber bisher kaum gemerkt, weil wir das Ganze dann per WLAN verteilt haben. Unsere historischen Lehmwände sind nämlich super zum Funkwellen-Abschirmen! Jetzt fing zusätzlich der -auch ein bisschen historische – Router an , in die Knie zu gehen. Gleichzeitig hat Kerstin eine neue Stelle angefangen – mit ganz viel Home-Office und Online-Konferenzen. Es musste also was passieren.

Schon mehrmals hatten wir halbwegs motiviert irgendwelche LAN-Kabel verlegt, die gab es also. Und ein Freund hatte uns schon mal zwei neue Router mit ganz vielen Antennen zu Weihnachten geschenkt. Also haben wir uns verabredet, um das Netzwerkprojekt zum Abschluss zu bringen. Und hier sieht man das Ergebnis: Wir haben jetzt zwei neue WLAN-Router, die mehrere WLANs für Gäste und fachwerkhühner anbieten und einen schicken Schaltschrank auf dem Dachboden, in dem die Kabel vom Obergeschoss zusammenlaufen. Unsere Zimmer haben jeweils einen LAN-Anschluss, und in der Bibliothek gibt es einen Schreibtisch mit LAN-Kabeln für alle. Kerstin konnte den Kabelsalat nicht gut sehen und hat ihn unter die Tische verlegt – sieht sehr professionell aus!

Anekdote am Rande: Weil das Ganze ziemlich lange gedauert hat, musste Volker nochmal im Internet nachsehen, wie man die neuen Router konfiguriert. Er hat auch schnell eine Anleitung gefunden. Etwas später hat er dann gemerkt, dass er sie selber verfasst hat. Auf jeden Fall eine zuverlässige Quelle, würde ich sagen.

Kerstin in der fachwerkhuhn-Kommandozentrale

Pool-Party in Bodenburg

Jetzt haben wir schon wieder ewig nichts in den Blog geschrieben. Ging nicht – Bauarbeiten, Katzenprobleme, und Krankheiten… davon später mehr. Heute waren wir erstmal zur Wiedereröffnung vom Freien Bad. Alle anderen auch.

In Wirklichkeit war es total voll, wir wollten bloß die Leute nicht unerlaubt fotografieren.

Die Idylle ist allerdings nicht ungetrübt. Das Bad wird von einem Verein betrieben, gehört aber der Stadt. Die hat kein Geld und hätte vielleicht lieber ein Freibad weniger. Aber für die Leute in Bodenburg ist das Bad wahnsinnig wichtig. Darum werden wir uns mächtig ins Zeug legen, um es zu erhalten. Die Hoffnung richtet sich derzeit auf den Umbau in ein Naturbad. Das würde kein Chlor und viel weniger Wasser brauchen und sich außerdem selbst reinigen. Hoffentlich wird da etwas draus!

Ein frohes neues Jahr!

Vor einem leeren Türrahmen hängt eine bunte Decke. Es liegen Werkzeuge herum.
Renovier-Schick.

… wünschen wir allen, die auf unserer Internetseite vorbeischauen. In den letzten Monaten haben mal wieder ziemlich wenig geschrieben. Wie das so ist, man hat immer so viel zu tun. Ein erfreulicher Grund: Kerstin hat einen neuen Job! Zwei Tage die Woche arbeitet sie in einem kleinen Outdoorladen in der großen Stadt. Sie ist ganz glücklich mit Kolleginnen, Kollegen und Chefs. Aber sie hat natürlich auch zwei Tage weniger Zeit für Haus, Katzenbilder und Organisation. Dafür macht Gini jetzt ein bisschen mehr Organisation.

Was es sonst noch neues gibt: Die Bahn nach Bodenburg betreibt nicht mehr die Nordwestbahn, sondern eine DB-Tochter. Die haben neulich immerhin schon mal einen Schienenersatzverkehr hinbekommen statt einen ersatzlosen Zugausfall. Die Verkehrswende kommt voran in Bodenburg!

Das Gästezimmer ist erstmal wieder außer Betrieb, bis die verschiedenen Regierungen und wir einen Plan für den Infektionsschutz haben. Leider, denn im letzten Jahr haben uns die zusätzlichen Einnahmen wirklich geholfen. Und wir haben immer wieder interessante Leute kennengelernt: Vietnamesische Sushi-Köche, Radfahrer*innen und Hochzeitsgäste zum Beispiel.

Wilma und seine Mädels nehmen ein Staubbad.

Außerdem wohnen jetzt seit einigen Monaten drei Lachshuhn-Damen bei uns. So ist Hahn Wilma nicht mehr alleine. Die drei sehen fast gleich aus und heißen darum Vroni, Fanny und Phryne. Sie sind sehr puschelig. Damit man sie unterscheiden kann, hat Kerstin eine Bestimmungskarte gemalt.

Was wurde eigentlich aus… der Baustellen-Veranstaltung?

Vor kurzem ist mir aufgefallen, dass es hier zu einigen Sachen nur Ankündigungen oder ganze kurze Meldungen gab, aber dann keine weiteren Informationen. Falls euch interessiert, was daraus geworden ist, starte ich mal die kurze Serie „Was wurde eigentlich aus…?“. In der werden wir in den nächsten Monaten ein bisschen zu den ganzen offenen Themen berichten. Los geht es mit den Veranstaltungen im Sommer.

Da war zunächst mal „Was ist deine Baustelle“ im Juli. Die Veranstaltung bestand aus einem Lehmbau-Workshop, einem archäologisch-psychologischen Workshop zu artgerechter Selbstorganisation – und einer Lesung zum Thema Baustellen.

Im Lehmbau-Teil gab es Stationen zu allen Schritten, die zum Verputzen einer Wand mit Lehm gehören: Unter Kerstins Anleitung mischten alle begeistert Lehmputz an, besserten Wände aus und versuchten sich an Unter- und Oberputz.

Lehmputz und Rührmaschine stehen bereit.
Der Putz wird angemischt.
Hier sieht man die im Workshop ausgebesserte Wand in der Durchfahrt.
Und hier verputzen zwei Workshop-Teilnehmende sehr ordentlich einen Teil der Wand in der Remise mit Oberputz. Glaube ich zumindest. Die Unter- und Oberputz-Übungswände kann ich nicht gut auseinanderhalten, weil sie beide super-ordentlich aussehen.

Das hat Kerstin und auch den Teilnehmenden offensichtlich Spaß gemacht. Lehmputz ist halt einfach ein tolles Material, weil man sehr schnell lernt, es zu verarbeiten. Und ich hatte den Eindruck, dass es auch viel Freude an der sinnlichen Erfahrung gab. Am Spielen im Matsch sozusagen.

Zur Mittagspause gab es – zum Thema passend – vegane Mettbrötchen. Danach haben wir uns dann damit beschäftigt, warum unsere Steinzeitgehirne schwierige Baustellen so gerne aufschieben und was wir tun können, um das ein bisschen in den Griff zu bekommen.

Alle zusammen beim archäo-psychologischen Vortrag…

Da sind wir mit teilweise erschreckend konkreten Vorsätzen rausgegangen. Aber es hat auch Spaß gemacht.

Und schließlich zum Abschluss und zum Erholen von den äußeren und inneren Baustellen: Autorinnenlesung mit Artist-in-Residence Virginia Brunn.

Was für ein Glück, dass in Virginias aktuellem Buchprojekt auch ein Kapitel über Baustellen vorkommt!
Masken tragen mussten wir nur drinnen. Corona-technisch sind Veranstaltungen unter freiem Himmel schon ganz klar einfacher.
Abends gibt die Outdoor-Wohnzimmer-Bühne auch noch einen ganz gemütlichen Sitzplatz ab.
Momo beim Versuch die Spendenkasse zu klauen. Was sie damit wohl gemacht hätte?

„Was ist deine Baustelle“ war übrigens gar keine Fachwerkhuhn-Veranstaltung, trotz der großen personellen Überschneidungen. Veranstalter war nämlich das Schwalbennest, ein Verein für nachhaltige Kulturveranstaltungen, den wir vor zwei Jahren mitgegründet haben. Vielen Dank nochmal an alle Vereinsmitglieder, die mitgeholfen haben! Auf der Vereinshomepage Schwalbennest-ev.de ist zur Zeit nichts los, aber auf der Festivalhomepage kikeriki-festival.de könnt ihr schon mal sehen, was der Verein bisher so auf die Beine gestellt hat.

Werbung zum Schluss: Wer Lehmwände haben möchte, sich aber nicht ans Selbermachen traut oder zu viel Wand für zu wenig Hände hat, findet bei Leibssle Lehmbau sehr freundliche und fachkundige Hilfe. Bei uns haben sie unter anderem die Außenwand in Kerstins Zimmer isoliert, das war uns zu schwierig.

Kurz mal gerade eben…

Toni und Gini kratzen Tapete ab von einer sehr marode aussehenden Wand.

… die Küche renovieren wollten wir. Nur ein bisschen, in einer der berüchtigten Bauwochen. In denen verabreden wir uns zum Bauen und laden Freunde und Familie zum Helfen ein. Die Stromkabel mussten ersetzt werden, weil wir den Verdacht hatten, dass die Wand hinter dem Herd zu viel Strom verbraucht. Es ist auch schon mal eine Verteilerdose weggeraucht, als jemand den Toaster eingeschaltet hat. Das konnte so nicht bleiben. Na, und wenn sowieso ein Streifen von der 50 Jahre alten Tapete weg muss, kann sie ja eigentlich auch ganz ab.

Wie das manchmal so ist, kam beim Abreißen der Tapete ein bisschen Putz mit. Also, eigentlich ziemlich viel Putz. Jetzt sind drei von vier Wänden neu verputzt, und wir haben eine Entdeckung gemacht: Zwei Außenwände in der Küche sind scheinbar nicht mehr original – die Lehmwände wurden durch roten Backstein ersetzt. Es ist nicht mal sicher, dass die Fachwerkbalken noch da sind. Das erklärt vielleicht auch die merkwürdige Verteilung der mintgrünen Fliesen in der Küche. Da sind nämlich alle Wände sind bis ca. 1,20 m Höhe gefliest – bis auf eine, an der die Küchenzeile steht. (Dort wo die Fliesen am nützlichsten wären.) Da war es wohl nach der Reparatur zu aufwändig mit dem Fliesen.

Jetzt haben Gini und Kerstin zumindest dort, wo der Herd steht, noch ein bisschen gefliest, als Spritzschutz. An einer anderen Stelle werden die Fliesen vermutlich verschwinden. In der Wand zum Flur hin ist der Schwellbalken durch Feuchtigkeit zerstört (ja, das ist der auf dem das ganze Haus steht). Die Wand muss also zumindest bis zum zweiten Balken von unten abgerissen werden. Zum Glück haben wir eine Zimmerei gefunden, die sich der Balken-Problematik annehmen wird. Die Familie hat auch schon Unterstützung zugesagt, damit ist die Finanzierung halbwegs gesichert – und schon haben wir eine neue Baustelle! Na ein Glück. Nicht dass es noch langweilig wird.