Einladung zum Sommerfest und Tag des offenen Denkmals am 9.9.2018

Ein alter Anhänger mit einem Polster darauf
Das Erste Polster für den Chill-Anhänger ist schon fertig. Vielleicht kann man die Lounge-Liege zum Wochenende schon benutzen.

Dieses Jahr öffnen wir wieder unser Hoftor zum Sommerfest und Tag des offenen Denkmals. Alle Nachbarn, Denkmalinteressierten, Blog-Leserinnen, Nachbarn, Verwandten und Freundinnen sind herzlich eingeladen.  Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr uns zum Tag des offenen Denkmals besucht! Los geht es um 10:30. Hier ist das Programm:

Kürbissuppe ab 12:00

15:00 Hühnerfütterung

17:00 Konzert mit dem Duo JOJAY (Akustik-Swing-Jazz aus Braunschweig)

Hausführungen, Kaffee, Kuchen und Limonade gibt es durchgängig.

Eventuell werden wir auch noch vorher mit dem Umbau des kleinen Anhängers zur Lounge-Liege fertig, dann könnten wir den auch schon gemeinsam in Betrieb nehmen.

Kuchenspenden und Helfer*innen sind sehr willkommen!

Liebe Nachbarn,

eine erfreuliche Nachricht: Paul, unser laut und ausdauernd krähender Hahn, ist umgezogen!

Jan hat unseren Hahn Paul auf dem Arm.
Jan guckt traurig, weil Paul gleich umzieht.

Wir haben schon eine Weile darüber nachgedacht: es gibt ja auch noch den Hahn Ifirn, und zwei Hähne sind ein bisschen viel für acht Hennen. Zumal sie sich beim Krähen immer gegenseitig aufgeschaukelt haben, und Paul Ifirn jeden Tag quer durchs Gehege gejagt hat.

Nachdem Paul dann vor ein paar Tagen Ifirn so niedergemacht hat, dass der in Schockstarre gefallen ist, hat Paul nun beim Gartencop ein neues Zuhause. Und hat sich dort auch gleich mit den beiden anderen Hähnen angelegt 😀

Paul legt sich mit dem Gartencop-Hahn an.
Diese beiden Mini-Velociraptoren sind, hinten, Paul, und vorne, der Chef-Hahn vom Gartencop.

Bei uns ist jetzt erstmal Ruhe, zumal Ifirn so eingeschüchtert ist, dass er seit ein paar Tagen gar nicht mehr kräht. Wir hoffen, er erholt sich wieder; und hoffen auch, dass er ein weniger ausdauernder Kräher als Paul ist.

Ein gewitternasser und blutender Ifirn.

Ein Besuch bei den Batwa

Ein Mutwa (das ist die Einzahl von Batwa) vor seinem selbstgebauten Zelt

Ende Juli habe ich eine kleine Reise in den Südwesten Ugandas unternommen. Dort lebt Menschen, das dringend jede Hilfe benötigt, die sie bekommen können: die Batwa.

Wir haben eine Batwa-Gruppe bei Kisoro besucht und wurden von ihnen herzlich empfangen, mit Umarmungen und einem Lächeln auf den Lippen. Die vielen Fragen, die wir hatten, durften wir alle stellen und haben ausführliche Antworten bekommen.

Seit Jahrhunderten haben sie als Nomaden im Wald des Berges Muhavura gelebt. Als Jäger und Sammler haben sie sich von wilden Kräutern und Honig, Tieren sowie Früchten ernährt. Sie haben in kleinen Höhlen gewohnt und Feuer mithilfe von Feuersteinen gemacht. Anders gesagt, sie kannten sich gut dort aus und wussten, wie sie (über)leben können. Der Wald bat ihnen nicht nur einen Wohnort und Essen, er war auch ein integraler Bestandteil ihrer Kultur und Religion; er war quasi ihr Eigentum.

Bis 1991: Mit dem zunehmenden Gorilla-Tourismus stieg das Potential, Geld aus der Region zu schöpfen. Also beschloss die Regierung, die Batwa unter dem Vorwand, diese würden die Gorillas gefährden, aus ihrer Heimat zu vertreiben. Die Batwa wurden also gezwungen, den Wald zu verlassen. Die Regierung stellte ihnen ein paar Häuser zur Verfügung und versprach, sie würden die Menschen unterstützen. Das, was ich vor Ort gesehen habe und was uns gesagt wurde, erzählt leider eine andere Geschichte.

Heutzutage leben sie in kleineren Gemeinschaften verstreut in der Region. Die Gemeinschaft, die wir besucht haben, hat kleine Hütten gestellt bekommen. Mittlerweile benutzen sie diese auch zum Schlafen, gemeinsam mit ihren Ziegen, Hühnern und Schafen. Andere Gruppen haben nicht so viel Glück und schlafen in selbstgebauten Zelten.

Eine Gruppe von Batwa vor ihrer selbstgebauten Hütte.

Die Batwa haben oft wenig zu essen: Denn Land, auf dem sie etwas anbauen könnten, haben sie nicht und Geld, um es zu kaufen, kaum. Fast niemand möchte ihnen Arbeit geben und wenn doch, dann meist für sehr wenig Geld oder sogar nur gegen Essen. Die Kinder gehen nicht zur Schule, denn dafür müssten sie Schulgeld bezahlen.

Auch an grundlegender medizinischer Versorgung mangelt es: Im Wald konnten sie sich selbst mit Kräutern selbst behandeln, die sie jetzt nicht mehr finden und um von einem Arzt behandelt zu werden, wird Geld benötigt, das sie nicht haben. So können selbst heilbare Krankheiten tödlich verlaufen.

Bis heute haben sie keinerlei Entschädigung bekommen und niemand kümmert sich wirklich um sie, erst recht nicht on offizieller Seite.

Die Batwa, die wir besucht haben. Im Hintergrund sind die Hütten zu sehen, in denen sie wohnen, sowie der Berg Muhavura mit dem Echuya Wald.

Die Menschen sind sehr gewillt, zu lernen und sich in ihre neue Welt zu integrieren. Sie wollen gerne, dass ihre Kinder zur Schule gehen. Das ist der Punkt, an dem SMILE seine Hilfe ansetzen möchte. SMILE (Supporting Minors to Improve Life) ist eine Hilfsorganisation, die mich hier aufgenommen haben und ugandische Kinder mit deutschen Sponsoren zusammenbringt, um den Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen.

Gertrude, die Vorsitzende des Vereins, möchte auch Batwa-Kindern zur Schule schicken, um deren Gemeinschaft nachhaltig zu helfen. Für zwei Kinder, einen Junge und ein Mädchen, bezahlt sie derzeit aus eigener Tasche das Schulgeld. Das Mädchen hat gerade Paten bekommen (meine Mutter und mich), aber der Junge benötigt noch jemanden.

Gegen Ende des Besuchs habe ich via Dolmetscher der blinden Großmutter des Mädchens erzählt, dass ich ihre Enkelin sponsorn und ihr das Schulgeld bezahlen möchte. Auf die Nachricht hin fing sie an zu klatschen und war sichtlich erfreut, dass sich jemand um ihre Enkelin kümmert. Ein sehr rührender Moment, der mir noch lange erhalten bleiben wird.

Gertrude (in rotem Pulli) mit zwei Kinden, die ihre Schuluniform tragen
Gertrude mit den beiden Batwa Kindern in ihrer Schule

Ich weiß, solche Spendenaufrufe bekommen viele von euch täglich, aber vielleicht ist ja doch jemand unter euch, der ein paar Euros übrig hat und den Batwa helfen möchte. Oder sogar jemand, der eine Patenschaft übernehmen will? Falls ja, schreibt einfach eine kurze Email an Wolfgang, dem Vorsitzenden des deutschen Partnervereins, unter w. luckscheiter(at)t-online.de

Hühner und Hänger

Von den fünf Traktoranhängern, die wir mit dem Haus zusammen gekauft haben, haben wir drei inzwischen verkauft. Das hier ist der kleinste, der noch übrig geblieben ist (es gibt noch einen sehr großen mit einem platten Reifen, falls jemand Interesse hat…), und wir haben jetzt rausgefunden, dass er perfekt ist zum Abhängen. Er kriegt jetzt noch ein paar Polster und Kissen, und fertig ist der Chillinger!

Das Foto ist auch ein Suchbild für ein kleines schwarzes Huhn, das mitchillt. Manchmal chillen die Ex-Küken auch näher dran:

Sie sind ziemlich zahm und sehr neugierig und fangen nun auch schon an, die Blumen zu vernichten, die ich pflanzen konnte, nachdem die großen Hühner eingesperrt wurden.

Wir suchen jetzt also Abnehmer für vier zahme kleine Soda-Hühner: ein weißes, ein graues, ein hellbraunes, ein schwarzes und einen kleinen schwarzen Hahn (der sicherlich noch bunter wird). Vielleicht kennt jemand jemanden?

Ein hellbraunes und ein schwarzes Küken klettern auf Ziegelsteinen

Dinge über mich, die Ugander überraschen

oder auch: Fragen, die mir häufiger mal gestellt werden.

1. „Mzungo!“

Okay, das zählt nur so halb, aber ich höre es sehr oft. Mzungo bezeichnet im Prinzip eine weiße Person und wird daher oft ausgerufen, wenn ich vorbei laufe. Denn dort, wo ich wohne, sind so gut wie keine anderen Weißen. Ich bin also jedes Mal wieder Grund für Aufregung. Man gewöhnt sich daran.

2. „What’s that on your skin?“ („Was ist das da auf deiner Haut?“)

Meine Leberflecke verwirren viele. Die meisten halten sie für Mückenstiche (da diese auf dunkler Haut zu noch dunkleren Stellen führen) und fragen mich besorgt, ob es mir gut ginge. Aber auch meine Pickel haben schon für Verwirrung gesorgt.

3. „Why do your eyes look like that?“ („Warum sehen deine Augen so aus?“)

Das wurde ich von einem der Kinder gefragt. Meine Augen sind hell, aber die Augen von allen anderen, die im Haus rumlaufen, sind dunkel. Die Kleine schien wirklich besorgt, aber ließ sich dann damit beruhigen, dass meine Augen genauso fuktionieren wie ihre.

4. „How do you know English so well?“ („Woher kannst du so gut Englisch?“)

Wurde ich sowohl von Kollegen in der Schule als auch außerhalb gefragt. Weil ich kann doch schon Deutsch und Englisch ist keine Amtssprache, warum also kann ich das so gut? Wofür brauche ich das überhaupt? Ich erkläre dann meistens, dass wir das auch in der Schule lernen und in meinem Fall, dass ich einen Bachelorabschluss in Englisch habe.

5. „You don’t have assemblies? How do you communicate with your students?“ („Ihr habt keine Versammlungen? Aber wie kommuniziert ihr dann mit euren Schülern?“)

Die letzten beiden Fragen sind speziell auf Schule bezogen, da ich hier ein Schulpraktikum mache. In Uganda ist es üblich, mehrmals pro Woche eine Vollversammlung zu haben, in der den Schülern Neuigkeiten gesagt werden, sie über neue Regelungen informiert werden, etc. Sowohl Schüler als auch Lehrer waren ganz schockiert als ich erzählt habe, dass wir sowas in Deutschland nicht haben. Wie nur ist es denn dann möglich, dass wir mit unseren Schülern kommunizieren?? Ein Mysterium.

6. „You mean students can wear whatever they like to school?“ („Du meinst, Schüler dürfen in der Schule anziehen, was sie wollen?“)

Auch üblich in Uganda: Schuluniformen. Die Idee, dass Schüler selbst bestimmen können, was sie in die Schule anziehen, finden die Leute hier absolut unvorstellbar. Am Ende kommen die noch nackt in die Schule!  Oder Frauen in Hosen (was in vielen Schulen hier verboten ist, Frauen müssen Röcke tragen) (ich mag keine Röcke).

Waschmittel selbst herstellen

Huhn und SeifeneimerNachdem ich vor ein paar Wochen unsere ehemalige „Praktikantin“ Anaïs in Prag wieder gesehen habe (und mich sehr darüber gefreut), hier noch ein Souvenir von ihr, das uns seit letztem Jahr gute Dienste leistet:

Wasch-Schleim à la Anaïs

Ich habe schon immer mal vage darüber nachgedacht, selbst Waschmittel herzustellen, war dann aber doch zu faul. Anaïs hat mir dann gezeigt, wie einfach es ist: im Wesentlichen verbringt man Zeit mit Warten. Klar, es ist ein wenig mehr Aufwand, als im Supermarkt welches in den Wagen zu packen, aber dafür weiß man genau, was drin ist. Ein Ansatz davon reicht bei uns für zwei Monate Wäsche waschen. Rein rechnerisch muss ich mich also sechs Mal im Jahr aufraffen, zwei Stunden darauf zu warten, dass das Waschmittel durchgezogen ist.

Für ca. 40 Waschgänge braucht man:

200 g Pflanzenölseife (wir haben mit dem Haus einen großen Eimer Kernseife geerbt, die ist auch in der Drogerie am billigsten, es gehen aber auch alle anderen Pflanzenölseifen, z.B. Aleppo- oder Marseiller Seife)

1 Tasse Waschsoda (gibt’s in der Drogerie)

1 10-l-Putzeimer

1 Reibe

1 Wasserkocher

ausreichend Plastikflaschen zum Abfüllen (es werden ca. 10 Liter, und die Flaschen müssen flexibel sein, damit man das Waschmittel aus der Flasche drücken kann: wir nehmen immer alte Putzmittelflaschen, es gehen aber auch z.B. diese schrecklichen 1,5-l-Pseudo-Pfandflaschen)

Die Pflanzenölseife reibt man in den Putzeimer und gibt 2 l heißes (nicht kochendes) Wasser dazu. Ein bisschen umrühren und ca. eine Stunde ziehen lassen, bis die Seifenflocken sich aufgelöst haben.

Dann gibt man eine Tasse Waschsoda dazu und lässt sie sich auflösen (ordentlich rühren, am besten mit dem Schneebesen). Das Ganze ergänzt man mit heißem Wasser bis auf 10 l und lässt es noch einmal eine Weile stehen, bis sich das Soda gelöst hat und die Masse anfängt, anzudicken. Dann füllt man es in die Plastikflaschen. Wenn es zu dickflüssig wird, um es in die Flaschen zu bekommen, einfach mit Wasser verdünnen.

Beim Umfüllen zieht das Waschmittel Fäden.

Das Ganze hat in etwa die Konsistenz von Schnodder und sieht auch so aus. Um es gut aus der Flasche wieder raus zu bekommen, vorher ordentlich schütteln. Pro Waschgang eine Tasse (ca. 250 ml) ins Waschmittelfach geben.

Wenn man Kochwäsche wäscht und möchte, dass es schön weiß wird, kann man pro Waschgang noch einen Löffel Bleichmittel hinzufügen. Sowas gibt es z.B. bei den Waschmittelbaukastensystemen im Biomarkt.

Ich findes es total angenehm, dass es einfach nach nichts riecht, aber man kann auch noch bisschen ätherisches Öl dazu geben, wenn man will, dass die Wäsche nach Lavendel, Rosen oder Weihnachten (ich bin sicher, es gibt Bratapfel-Duftöl oder so) duftet. So viele Möglichkeiten!